Marktrückblick Juni 2021

Der Juni war durch eine gute Entwicklung der Tech-Werte geprägt. Der Nasdaq 100 Index erreichte neue Allzeithochs und zog damit auch den gesamten Markt mit nach oben. Die Tech-Werte legten ca. 8% zu, europäische Aktien hingegen bewegten sich kaum. Der Euro verlor ebenfalls an Wert gegenüber dem Dollar. Für deutsche Investoren mit amerikanischen Aktien war das also ein sehr guter Monat.

Heute soll es an dieser Stelle um die Bewertung von Aktien gehen. Viele Anleger fragen sich, warum bestimmte Aktienkurse fallen oder steigen. Das lässt sich oft auf bestimmte Nachrichten zurückführen, aber warum lösen bestimmte Nachrichten so extreme Kursbewegungen aus? Kurzfristig spielt die Psychologie der Marktteilnehmer eine große Rolle. Panik und Euphorie können die Kurse schnell in eine Richtung bewegen. Aber wovon hängt es ab, wohin Kurse langfristig laufen? Vereinfacht gesagt, zählt hauptsächlich wie viel Geld das Unternehmen in Zukunft verdient. Denn mit dem Kauf der Aktie hat man Anspruch auf die zukünftigen Gewinne. Abgesehen von den aktuellen Vermögenswerten des Unternehmens zählt also, was in Zukunft verdient wird. Ich möchte hier niemanden mit mathematischen Modellen langweilen, auch wenn diese bei Investitionen in einzelne Aktien genutzt werden sollten. Vereinfacht gesagt, nimmt man alle zukünftigen Gewinne und zinst sie auf den heutigen Tag zurück. Dann erhält man einen Wert für die Aktie. Problem ist, dass niemand so genau in die Zukunft schauen kann. Man muss die Zahlen also alle schätzen, um ein Ergebnis zu bekommen. Immer wenn eine Nachricht veröffentlicht wird, die diese Schätzungen verändert, bewegt sich in der Regel auch der Kurs. Geringe Veränderungen von Wachstumsraten können für viel Bewegung sorgen, weil diese Zahlen in den Exponenten der Gleichungen stehen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es relativ kompliziert ist, die Kursbewegungen einzelner Aktien genau zu verstehen und die richtigen Einstiege zu treffen. Man kann Glück haben, aber niemand sollte sich darauf verlassen, jahrelang Glück zu haben. Einsteiger sollten deshalb zunächst ETFs nutzen, dafür benötigen sie viel weniger Wissen und können trotzdem gute Renditen erzielen. Wer dennoch einzelne Aktien kaufen möchte, sollte das langsam angehen und versuchen, sich ständig neues Wissen anzueignen. Ohne Arbeit und Wissen schnell reich werden funktioniert nur mit sehr viel Glück, da unterscheidet sich die Börse nicht von anderen Lebensbereichen.

Sascha Reinhardt
Marktanalyst unitedWealth Finanzberatung GbR

Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der Information und stellen nicht eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes durch die unitedWealth Finanzberatung GbR dar. Die bereitgestellten Inhalte können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ferner sind die Inhalte nicht als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Kursentwicklungen in der Vergangenheit bieten keine Gewähr für die Wertentwicklung in der Zukunft. Die Inhalte sollen nicht als Aufforderung verstanden werden, ein Geschäft oder eine Transaktion einzugehen. Die Inhalte stellen weder ein Verkaufsangebot oder Werbung für ein Verkaufsangebot für Wertpapiere oder Rechte noch eine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren oder Rechten dar.

Marktrückblick Mai 2021

Der Mai 2021 war durch Turbulenzen an den Kryptomärkten gekennzeichnet. Eine Abverkaufswelle sorgte dafür, dass der Kurs alleine diesen Monat über 30% fiel. Die Aktienmärkte blieben weiterhin ruhig und setzten ihren Aufwärtstrend fort. Die Inflation ist inzwischen bei Verbrauchern angekommen und macht einigen Branchen wie dem Baugewerbe schwer zu schaffen. Materialknappheit betrifft aber nahezu alle Sektoren, beispielsweise herrscht seit geraumer Zeit ein Mangel an Chips. Autobauer haben deshalb Schwierigkeiten, die Produktion auf ein normales Niveau zu bringen.

Es gibt viele Diskussionen darüber, weshalb die Kryptomärkte einen solch starken Einbruch verzeichneten. Manche behaupten, es läge nur an einem Tweet von Elon Musk oder wittern eine Verschwörung von Großanlegern. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass Finanzmärkte viel zu kompliziert für solche einfachen Thesen sind und in der Regel hunderte Faktoren gleichzeitig den Preis eines Vermögenswertes beeinflussen können. Sicher mag es Anleger geben, die aufgrund eines Tweets verkaufen. Diese Vorgehensweise wird auf längere Sicht nicht viel Erfolg mit sich bringen und man kann davon ausgehen, dass hauptsächlich unerfahrene Investoren so handeln. Viele Indikatoren haben auf eine vorläufige Überhitzung des Marktes hingewiesen. Man könnte sagen, der Tweet von Elon Musk war lediglich das Streichholz, aber der Wald war bereits durch eine 3-monatige Dürre ausgetrocknet. Hätte man das Streichholz nicht benutzt, so hätte im nächsten Monat wahrscheinlich jemand aus Versehen eine Zigarette weggeworfen.

Wie sollten Anleger also vorgehen? Kurzfristiges Spekulieren gelingt einer sehr geringen Gruppe von Anlegern. Dabei handelt es sich meistens um die sehr erfahrenen Anleger mit viel Zeit. Normale Leute sollten die Finger davon lassen, wer mit einem geringen Wissensstand Trading betreibt, verliert fast immer viel Geld. Man muss sich also auf längere Zeiträume fokussieren. Kryptowährungen erfordern starke Nerven. Vor der Investition sollte Anlegern bewusst sein, dass drastische Verluste in kurzen Zeiträumen auftreten können. Wer damit emotional nicht umgehen kann, sollte von dem Kauf absehen. Es handelt sich um Vermögenswerte, mit denen langfristig Gewinne erzielt werden können. Die Einstellung, man könne sich damit schnell etwas „dazuverdienen“ führt meistens zu leeren Taschen.

Sascha Reinhardt
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Marktrückblick April 2021

Die Aktienmärkte zeigten sich im April weiterhin freundlich. Die meisten der großen Indizes verzeichneten geringe Anstiege und notieren entweder auf oder in der Nähe ihrer Allzeithochs. Während es beim Bitcoin-Kurs einige Rücksetzer gab, konnte sich der Goldpreis wieder leicht erholen. Andere Kryptowährungen sind nach wie vor volatiler und haben sich teilweise vom Bitcoin-Kurs abgekoppelt. Ethereum beispielsweise gelang in diesem Zeitraum fast eine Kursverdopplung.

Eine Entwicklung an den Märkten ist allerdings sowohl für Anleger als auch Nichtanleger relevant. In den vergangenen Monaten kam es zu einem rasanten Anstieg der Rohstoffpreise. Sämtliche Industriemetalle gewannen stark an Wert, der Kupferpreis beispielsweise hat im April wieder zweistellig zugelegt. Auf ein Jahr betrachtet hat er sich verdoppelt. Auch Agrarrohstoffe wie Weizen und Holz sind im Preis gestiegen. Holz gilt als Extremfall mit einem Kursanstieg von 400 % im letzten Jahr.

Die Pandemie hat zu Schwierigkeiten in den Lieferketten geführt und die Nachfrage nach einigen Rohstoffen zunächst stark reduziert. Produzenten hatten nicht mit einem so hohen Anstieg der Nachfrage gerechnet. Mittlerweile haben Unternehmen Schwierigkeiten, die benötigten Rohstoffe zu beschaffen. Man kann davon ausgehen, dass Unternehmen die hohen Preise an ihre Kunden weitergeben müssen. Viele Firmen wurden bereits durch die Pandemie unter Druck gesetzt und haben wenig Spielraum bei der Preissetzung. Auch wenn die Impfungen in den Industrienationen gut vorankommen, sieht das in vielen Ländern mit geringerer Wirtschaftsleistung anders aus. Oft sind wir aber auf die Rohstoffe dieser Länder angewiesen. Die geringen Lohnkosten haben viele Unternehmen dazu verleitet, die Fertigung auszulagern. Wenn also der Lockdown in den westlichen Ländern beendet ist, bedeutet das nicht, dass alle Lieferketten wieder ohne Schwierigkeiten funktionieren.

Es gibt viele Faktoren, die eine höhere Inflation ankündigen. Wir könnten Preisanstiege sehen, die bisher unvorstellbar waren. Das würde vor allem Menschen mit geringen Einkommen treffen, weil deren Löhne nicht in gleichem Maße ansteigen werden. Wohlhabendere Menschen haben bisher von steigenden Preisen bei Vermögensgegenständen profitiert. Lediglich eine gut durchdachte Anlagestrategie kann vor Inflation schützen. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik mit dem Problem umgeht. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass wir erstmals seit Jahren wieder höhere Zinsen sehen, um die Inflation zumindest teilweise unter Kontrolle zu bekommen.

Sascha Reinhardt
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Marktrückblick März 2021

Im März zeigten sich die Aktienmärkte weiterhin freundlich. Besitzer eines ETFs auf den MSCI World konnten sich über mehr als 2% Rendite freuen. Interessant ist aber, woher die Rendite kam. Während sich die Technologie-Aktien noch von ihrem Rücksetzer Ende Februar bzw. Anfang März langsam erholten, konnten Werte aus der klassischen Wirtschaft rasant zulegen. Der Dax 30 sprang von seinem Allzeithoch bei 14000 Punkten auf 15000 innerhalb dieses Monats. Das sind über 7% Rendite in nur 30 Tagen.

Dazu vielleicht ein kleiner Ausflug bezüglich der Kategorisierung von Aktien. Man unterscheidet grob zwischen Value- und Growth-Aktien. Erstere zeichnen sich durch hohe Profitabilität und etablierte Marktpositionen aus. Bei einer Value-Strategie versuchen Investoren, solide Unternehmen für einen geringen Preis zu erwerben. Die Idee ist, dass sich erfolgreiches Wirtschaften im Unternehmen früher oder später im Aktienkurs, bzw. der Dividende widerspiegeln muss. Ein Beispiel dafür ist die klassische deutsche Autoindustrie. Growth-Aktien hingegen legen den Fokus auf starkes Wachstum. Man versucht, den Umsatz möglichst schnell zu steigern. Profitabilität kann dabei nebensächlich sein, die Unternehmen sind oft jung und konzentrieren sich auf die Expansion. Man erwartet dann in der Zukunft viel höhere Gewinne, nachdem die Märkte für das entsprechende Produkt erschlossen wurden. Tesla ist eine klassische Growth-Aktie. Investoren erwarten für die nächsten Jahre viel Expansion und sind bereit, dafür jetzt schon viel Geld zu zahlen.

Der Übergang ist fließend und meistens lassen sich Unternehmen nicht genau zuordnen. Denn viele Unternehmen sind recht profitabel und schaffen es trotzdem, verhältnismäßig schnell zu wachsen. In den letzten Jahren waren hauptsächlich Wachstumsaktien gefragt. Dazu gehören die meisten Tech-Werte. Aktien wie Amazon, Apple und Tesla machten viele Investoren reich. Seit Beginn dieses Jahres zeichnet sich jedoch ein Trendwechsel ab. Value-Aktien kommen wieder in Mode. Das liegt unter anderem an den steigenden Zinsen. Profitable Unternehmen haben kaum Schwierigkeiten, größere Zinslasten zu tragen. Die amerikanische Großbank JPMorgan Chase hatte bereits Ende letzten Jahres angekündigt, von einer Growth-Strategie zu einer Value-Strategie zu wechseln. Die meisten Investoren müssen sich aber keine Sorgen um solche Entwicklungen machen. Ein gut diversifiziertes Portfolio enthält sowohl Value- als auch Growth-Aktien und liefert in allen Marktphasen gute Ergebnisse.

Sascha Reinhardt
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Marktrückblick Februar 2021

Die Märkte setzten ihren Aufwärtstrend im Februar fort. Man könnte fast von einer Wiederholung des Januars sprechen. Die erste Hälfte des Monats verlief relativ ruhig, gegen Ende gab es einige Rücksetzer in den Kursen. Diese wurden innerhalb einer Woche wieder aufgekauft. Der Dax 30 erreichte ein neues Allzeithoch bei 14170 Punkten am 3. März. Die Kryptomärkte erreichten neue Höhen, nachdem Tesla ankündigte, für $1,5 Mrd. Bitcoin zu erwerben. Anschließend gab es wie im Januar eine Korrektur. Die hohe Volatilität macht vielen Anlegern weiterhin zu schaffen.

Die Kursverluste gegen Ende des Monats sind auf einen sprunghaften Anstieg der Zinsen zurückzuführen. Genau genommen handelt es sich um die Zinsen von langjährig laufenden amerikanischen Staatsanleihen. Steigende Zinsen wirken auf zwei Wegen negativ auf die Kurse. Einerseits werden festverzinsliche Anlagen attraktiver, andererseits haben Unternehmen höhere Kosten bei der Finanzierung. Die Zentralbanken haben zwar einen Leitzins von 0% oder weniger festgelegt, dennoch gilt das nur für kurzfristige Einlagen. Über die Zinsen von Krediten mit hohen Laufzeiten haben die Zentralbanken nur indirekt die Kontrolle. Der Markt entscheidet letztendlich, wie hoch dieser Zins ist. Die steigenden Rohstoffpreise in den letzten Monaten sind ein erstes Anzeichen größerer Inflation. Kupfer beispielsweise ist bereits 50% teurer als vor der Coronakrise. Wenn Investoren über längere Zeiträume Geld verleihen, spielt Inflation eine große Rolle. Sie erwarten dann einen höheren Zins, weil die steigende Inflation die Kaufkraft der zukünftigen Zahlungen verringert.

Auch der Ölpreis hat sich wieder von der Krise erholt. Verbraucher sollten in diesem Jahr mit steigenden Preisen rechnen. Diese Entwicklung bedeutet aber auch, dass Rücklagen auf dem Girokonto weiter an Wert verlieren. Selbst wenn die Zentralbanken den Zins wieder anheben, wird das nicht den Anstieg der Inflation ausgleichen. Langfristig kann man sein Vermögen nur mit Sachanlagen wie Aktien und Immobilien erhalten oder steigern. Heutzutage kann Altersvorsorge ohne diese Möglichkeiten nicht mehr effizient betrieben werden. Wir raten deshalb jedem, sich zu informieren und Möglichkeiten zur Geldanlage zu nutzen.

Sascha Reinhardt
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Marktrückblick Januar 2021

Zu Jahresbeginn bewegten sich die Aktienmärkte zunächst weiter aufwärts. Gegen Ende des Monats kam es zu einer kurzen Korrektur, die Verluste wurden jedoch schnell aufgekauft. Viele Investoren besitzen nur noch geringe Cash-Reserven, die Stimmung ist sehr positiv. Der Dax 30 zählt momentan ungefähr 14000 Punkte und befindet sich ähnlich wie die amerikanischen Indizes nahe der Allzeithochs. Auf den ersten Blick sind Aktien verhältnismäßig teuer. Trotzdem bietet der Markt weiterhin viele Chancen und Möglichkeiten, Geld rentabel anzulegen.

Nichts hat im Januar so viel Aufsehen erregt wie die Kursexplosion der Gamestop Aktie. Privatinvestoren haben sich über die Plattform Reddit organisiert und die Aktien der Firma Gamestop in großen Mengen aufgekauft. Vor allem institutionelle Investoren mussten ihre Short-Positionen (Wetten auf einen fallenden Aktienkurs) schließen. Das hat für weitere Kursanstiege gesorgt, es ging von 15 € auf bis zu 400 € hoch. Am 29.01 wurde bereits ein Artikel zu dem Thema auf unserer Website veröffentlicht. Der Artikel bietet tiefere Einblicke in die zugrundeliegenden Prozesse und erläutert die Rahmenbedingungen.

Im Kryptomarkt hingegen gab es signifikante Rücksetzer. Nachdem der Bitcoin-Preis zu Jahresbeginn über 40.000 USD hinausschoss, ging es schnell wieder zurück auf 30.000 USD. Für diesen Markt ist das völlig normal, im Vergleich zu anderen Märkten gibt es mehr Spekulanten und weniger langfristig orientierte Investoren. Daraus hat sich eine gute Einstiegsmöglichkeit ergeben, mittlerweile steigen die Kurse der Kryptowährungen wieder. Teile des Aktienmarktes bieten auch attraktive Kaufgelegenheiten. Beispielsweise notieren viele Aktien von Unternehmen, die Gesundheitsbereich tätig sind, bei geringen Kurs-Gewinn-Verhältnissen. Die Kennzahl beschreibt, wie viel Euro man beim Kauf der Aktie für einen Euro Gewinn des Unternehmens bezahlt. In Amerika beträgt das KGV des Gesamtmarktes zwar um die 30, viele Pharmakonzerne oder Krankenhausbetreiber werden aber nur mit KGVs von um die 10 gehandelt. Wer noch nicht in den Sektor investiert ist, sollte einen Blick auf die entsprechenden Unternehmen werfen.

Sascha Reinhardt
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Gamestop im Höhenrausch

Bei Gamestop handelt es sich um einen international tätigen Einzelhändler für Computerspiele aus den USA. Seit 2016 geriet das Unternehmen immer mehr in Bedrängnis, da der Vorstand den Trend zum Onlinehandel verpasst hat. Der Wert des Unternehmens nimmt kontinuierlich ab und die finanzielle Lage wird immer schlechter. Folglich fällt auch der Aktienkurs.

Ende 2020 steigt ein erfolgreicher Investor bei Gamestop ein, der immer mehr Anteile aufkauft. Anfang Januar 2021  wird er in den Vorstand aufgenommen und gibt die neue Richtung von Gamestop vor. Es soll das Amazon in der Videospielbranche werden. Die Trendwende scheint zu entstehen, aber warum steigt der Kurs in der Spitze um das 27-fache allein in diesem Jahr?

Dazu muss etwas tiefer in die Finanzwelt geschaut werden. Es ist nicht nur möglich Aktien zu kaufen, sondern auch der Leerverkauf ist eine Möglichkeit. Dabei wird auf fallende Kurse gesetzt und Aktien geliehen, die einem nicht gehören. Am Ende einer Frist muss der Verkäufer sich die Aktien kaufen, um sie dann zurückgeben zu können. Im Optimalfall ist der Aktienkurs gesunken, so dass er die Aktien zu einem geringeren Preis kaufen muss, als er sie sich geliehen hat und macht dadurch Gewinn. Bei Gamestop gab es eine große Menge dieser Leerverkäufe, aber dazu gleich mehr.

Insgesamt hat Gamestop rund 69,7 Mio. Aktien. Da aber ein Teil vom Vorstand und Aufsichtsrat gehalten werden und deswegen nicht zum Verkauf stehen, beziffert sich der wirklich zur Verfügung stehende Anteil für Käufer auf rund 50,2 Mio. Aktien. Am 31.12.2020 betrug der Anteil an Leerverkauften Aktien (geliehene Aktien, die später gekauft werden müssen) 71,2 Mio. Stück. Demzufolge sind 21,2 Mio. Aktien mehr geliehen, als existieren (141%). In dem Internetforum Reddit ist dies aufgefallen und die Nutzer starteten mit dem Kauf von Gamestop Aktien. Die steigende Nachfrage treibt den Preis nach oben von 17$ auf zunächst ca. 40$. Die Leerverkäufer machen in diesem Moment schon extreme Verluste, wollen aber noch nicht von Ihren Positionen ablassen. Die Folge ist ein beginnender Short-Squeeze, also das „Herausquetschen“ von Leerverkäufern. Diese müssen Aktien kaufen, bis keine nicht existierenden Aktien mehr da sind. Der Anteil an Nutzern die Gamestopaktien besitzen und den Short-Squeeze provozieren wollen wird auf bis zu 10% geschätzt, also weitere 6,8Mio. Aktien, die nicht zur Verfügung stehen (43,4Mio. Aktien übrig). Erste Leerverkäufer wollen Ihre Verluste begrenzen und müssen Aktien dafür kaufen. Die gestiegene Nachfrage und das verringerte Angebot führen nun zu steigenden Preisen. Der Aktienkurs liegt in der Spitze bei ca. 75$ pro Aktie. In den nächsten Handelstagen entwickelt sich eine Lawine. Immer mehr Leerverkäufer wollen steigende Verluste verhindern und müssen dafür Aktien kaufen. Die Nachfrage steigt also immer weiter und damit der Preis. Am 28. Januar 2021 sehen wir in der Spitze 480$, also das 27-fache des Preises als 1 Monat zuvor. Die Aktie wird immer populärer und immer mehr Käufer steigen ein. Aber wie geht es weiter? Die aktuellen Daten (15. Januar 21, Daten werden Mitte und Ende eines Monats aktualisiert) zeigen, dass nach dem Anstieg auf 40$ die Anzahl der geliehenen Aktien schon auf 61,8 Mio. Aktien gesunken ist. Zu erwarten ist, dass die Anzahl der geliehenen Aktien zum 29.1 bereits unter 50Mio. bzw. sogar unter 43 Mio. Aktien liegt und damit das irrationale Ungleichverhältnis aufgehoben ist.

Warum steigt der Kurs nach dem zu erwarteten Einbruch am 28.1 trotzdem wieder? Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Großzahl von Käufern, die die Aktie jetzt erst durch die Nachrichten entdecken und deswegen neu einsteigen. Das erzeugt ein neues Kursfeuerwerk, ohne technischen oder fundamentalen Hintergrund und kann so schnell vergehen, wie es gekommen ist. Die Zukunft und neue Nachrichten vom Vorstand werden uns zeigen, wohin die Reise geht.

Sebastian Pusch
Finanzanlagenfachmann, Gründer unitedWealth Finanzberatung GbR

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Marktrückblick Dezember 2020

Die positiven Entwicklungen des Novembers haben sich zum Jahresende fortgesetzt. Der DAX 30 konnte seine alten Höchststände wieder erreichen, während amerikanische Aktien neue Allzeithochs knackten. Beim Bitcoin kam es zu einer explosiven Rally, der Kurs legte im Dezember nochmal gute 70 % zu. Anleger sind optimistisch und haben hohe Erwartungen für 2021. Viele rechnen mit einer Erholung der Wirtschaft und einem Anstieg der Inflationsrate. Zu Beginn des neuen Jahres setzte sich die Steigerung der Vermögenspreise fort.

Einige Assetklassen gewinnen zwar schneller an Wert, dennoch gibt es kaum Werte, welche sich nicht positiv entwickeln. Grund dafür könnte eine erwartete Steigerung der Inflation sein. Die Inflationsrate ist seit Beginn der Krise recht gering ausgefallen. Das lässt sich vor allem auf die stark durch den Lockdown gefallene Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zurückführen. Je schneller Geld den Besitzer wechselt, desto schneller steigen die Preise. Nach Ende der Beschränkungen könnten rasant ansteigende Konsumausgaben die Inflationsrate antreiben. In Verbindung mit den immer noch niedrigen Zinsen, wären die Aussichten für Sachanlagen äußerst positiv.

Es stellt sich die Frage, ob der Markt diesen Effekt bereits eingepreist hat. Nach den Meldungen bezüglich der Impfstoffe, gab es bereits signifikante Kursgewinne. Besonders interessant ist auch der aktuelle Bullenmarkt bei Kryptowährungen. Für den Bitcoin wurden Kursziele zwischen 100.000 € und 1.000.000 € ausgerufen. Angesichts vergangener Kurssteigerungen ist ein 6-stelliger Preis nicht unwahrscheinlich. 2017 hatte sich der Preis vom letzten Allzeithoch knapp versiebzehnfacht. Eine entsprechende Bewegung im aktuellen Zyklus würde zu einem Preis von knapp 300.000 USD führen. Anleger sollten sich dennoch nicht von Gier leiten lassen und ihre Positionen bei hohen Preisen stückweise abbauen. Nach der Spitze des Marktes sind Rückgänge von bis zu 85 % nicht unüblich.

Sascha Reinhardt
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Marktrückblick November 2020

Der November war ein sehr positiver Monat für Aktionäre. Bereits während der US-Wahl begannen die Kurse zu steigen. Es zeichnete sich nach und nach ab, dass es zu einem reibungslosen Machtwechsel kommt. Auch gute Nachrichten bezüglich eines Impfstoffes, ließen vor allem von Corona hart getroffene Aktien wieder steigen. Der DAX 30 konnte fast 2000 Punkte auf knapp 13300 Zähler zulegen. Viele andere Werte wie Öl haben sich gut entwickelt. Bei den Edelmetallen kam es jedoch zu Kursrückgängen, besonders am Tag mit der wichtigsten Impfstoffmeldung.

Kryptowährungen hatten den wohl besten Monat seit geraumer Zeit. Der Bitcoin legte von knapp 13500 $ auf 19500 $ zu und erreichte ein neues Allzeithoch. Verschiedene andere Kryptowährungen legten ebenfalls zu. Angetrieben wurde die Rally durch institutionelle Investoren. Eine Analyse der Google-Statistiken von Bitcoin-Suchergebnissen zeigte kein besonderes Interesse von Privatanlegern. Professionelle Anleger hingegen nutzen immer häufiger Mechanismen wie exchange traded commodity (ETC) um in Kryptowährungen zu investieren. Mittlerweile hat sich Bitcoin bei diesen Investoren etabliert und gewinnt zunehmend an Beliebtheit.

Der Dezember ist wie der November historisch betrachtet ein guter Monat für Aktionäre. Die Kurse notieren wieder relativ hoch, Chancen haben sich in diversen Märkten trotzdem ergeben. Edelmetalle haben bereits begonnen, sich wieder zu erholen. Überrascht hat in dieser Hinsicht der Platinpreis. Im Gegensatz zu Gold konnte Platin im November solide zulegen. Die geringe Bewertung des Metalls hat in letzter Zeit zu reduzierten Fördermengen geführt. Wenn die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, könnte eine höhere Nachfrage auf ein geringes Angebot treffen. Sollten die Realzinsen durch eine steigende Inflation wieder sinken, könnte Platin auf mittlere Sicht höher bewertet werden.

Sascha Reinhardt
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